Hygiene

Bakterien im öffentlichen Personenverkehr

Die Ärzte-Zeitung berichet über eine gemeinsame Studie des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (Leibniz-HKI) und der Universität Hong Kong. Dort hat man sich mit dem Aufkommen von Bakterien in U-Bahnen beschäftigt. Ergebnis: morgens findet man andere Keime als im Feierabendverkehr. Gefährlicher wird es dadurch aber nicht.

Die Forscher beobachteten, dass jede Linie am Morgen einen ganz eigenen, charkateristischen mikrobiellen Fingerabdruck besaß, während sich bis zum Abend ein einheitliches Mikrobiom gebildet hatte, welches im gesamten 160 km-langen U-Bahn-Netz von Hong Kong anzutreffen war. Auch wenn man dabei Krankheitserreger identifizieren konnte, so handelte es sich in der Mehrheit der Bakterien um harmlose Hautbewohner. Es stellte sich heraus, dass Linien mit höherem Passagieraufkommen dabei kein größeres gesundheitliches Risiko bargen als weniger frequentierte.

Neu ist das Thema Keime im öffentlichen Personenverkehr nicht. Ich erinnere an dieser Stelle an ein wunderbares Interview, das Prof. Franz Daschner, bis 2006 Direktor des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene an der Universitätsklinik Freiburg, im Jahr 2014 dem ZEIT-Magazin gegeben hat. Immer wieder Genuss, diese provokanten Äußerungen zu lesen. Und es relativiert so schön die Sommerloch-Themen!

Mein Fazit: Nicht bange machen lassen. Es ist nicht gefährlich, aber ekelig ist’s trotzdem.

Zum Artikel der Ärztezeitung:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/article/969259/fingerabdruck-keime-welche-bakterien-uns-u-bahn-fahren.html?wt_mc=nl.upd.AEZ_NL_NEWSLETTER.2018-08-15.Infektionen.x

Zum Daschner-Interview:

https://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/53/hygiene-alltag-haende-waschen